Maximilian Lamprecht

 

Bildhauerkunst

 

Alte Kreisstraße 6

92421 Schwandorf-Neukirchen

Tel. / Fax 0 94 31 / 4 32 98

info@bildhauerkunst-lamprecht.de

www.bildhauerkunst-lamprecht.de


Skulpturen – Plastiken

filigran bis über-lebensgroß

aus Bronze – Ton – Stein – Holz

für Privat, Kirche, öffentliche Bereiche

z. B. Brückenbauwerke, Brunnen

„Kunst am Bau

Portraits

Reliefs

Ornamente

Restaurierungen

Reproduktionen


Die menschliche Gestalt kann nicht nur durch das Beschauen ihrer Oberfläche begriffen werden; man muss ihr Inneres entblößen, ihre Teile sondern, die Verbindungen derselben bemerken, die Verschiedenheiten kennen, sich von Wirkung und Gegenwirkung unterrichten, das Verborgene, Ruhende, das Fundament der Erscheinung sich einprägen...

Goethe Propylen

 

Mittelbayerische Zeitung vom Dienstag, 1. August 1989

 

Vorbild ist die Kunst des Barock – Realistische Darstellung statt Abstraktion

Der junge Mann wirkt eher zurückhaltend, wenn man mit ihm über seine Arbeiten spricht – Exponate aus Holz, die auf den ersten Blick in unserer durchrationalisierten, entidealisierten Welt keinen Platz zu haben scheinen. Der junge Holzbildhauer orientiert sich an der Formkraft des Spätbarock und des Rokoko, Ignaz Günther hat er sich als künstlerisches Vorbild gewählt.

In seiner Werkstatt in Neukirchen arbeitet Maximilian Lamprecht an einer Auftragsarbeit. Der zeichnerische Entwurf hängt an der Wand, das Plastilin-Modell steht fertig neben der Werkbank – von ihm selbst gefertigt, versteht sich. Maschinell vorgefertigtes lehnt er ab. Sein Selbstverständnis als Bildhauer verbietet es ihm, auf Fertigteile zurückzugreifen. Einzelwerke aus Holz möchte er schaffen.

Der junge Mann, dem nichts von einem extravaganten Künstlertyp anhaftet, wehrt sich gegen das Prädikat “Künstler”. Er empfindet sich als Handwerker, denn Holzbildhauerei zählt für ihn zum klassischen Handwerk. Und dieses Handwerk, mit dem er seinen Kindertraum realisiert, hat der Schwandorfer von Grund auf gelernt. Die Lehre bei einem Holzbildhauer in Bodenmais schloss er mit der Gesellenprüfung als Innungs- und Kammersieger ab. Weitere Stationen führten ihn in Werkstätten nach Oberammergau. Nach dem Besuch der Meisterschule in Weilheim legte er an der Kunstfachschule in München die Meisterprüfung ab. Seit kurzem ist Lamprecht freischaffend tätig. Seine Vorbilder sieht der junge Bildhauer in den Meistern des Spätbarock, des Rokoko und der Gotik. Die vollendete Darstellung des Anatomischen verbunden mit der Virtuosität, seelische Ausdrucksstärke in den Figuren zu vermitteln, hält der junge Gestalter gefangen. An einem Bernini, Georg Petel oder Ignaz Günther bewundert er die realistische und sehr lebendig wirkende Gestaltung der Körper, wo jeder Muskel und jede Sehne akribisch genau herausgearbeitet wurden. Die handwerklichen Fertigkeiten der alten Meister haben sein Interesse für das Barock, eine Epoche zwischen Mittelalter und Neuzeit, geweckt. Für abstrakte Kunst hat der junge Mann wenig übrig: er zielt auf Realistisches, Gegenständliches ab. Dabei begnügt er sich nicht damit, die Holzbildhauer des Barock zu kopieren. Er möchte Einzelwert schaffen, vielgliedrige Figuren, in denen sich, je nach den gewählten Motiven, der Geist des tiefreligiösen Barock ebenso wie der rationalen, technischen Gegenwart spiegelt.

“Die sieben Schwaben” und der Einsiedler exemplifizieren die zwei Varianten des Schaffens von Lamprecht. Eine Verehrung für die Kunst des Barock beinhaltet für ihn nicht gleichzeitig ein Verhaftetsein in der Gedankenwelt des Barocks und eine künstlerische Selstbeschränkung auf ausschließlich religiöse Sujets. Einen krassen Naturalismus, in dem das Hässlichen, wird in den Arbeiten eine Maximilian Lamprecht nicht zu finden sein. Er definiert sie als Versuche, bildnerische Kraft, handwerkliches Geschick und Formschönheit zu vereinen.

Ein Fassmaler verleiht Lamprechts Figuren eine Farbigkeit, die die Heiligen noch mehr der Wirklichkeit entrückt, dem Holz seine Natürlichkeit nimmt und den Einfluss des Barock auf den jungen Bildhauer transparent werden lässt. Lamprecht ist sich bewusst, dass er in einer hochtechnisierten, veräußerlichten Zeit nicht leicht haben wird, sich mit seinen Arbeiten einen Namen zu sichern. Zwei Dinge sind für ihn jedoch definitiv tabu: Er wird keine vorgefertigten Teile verwenden, alles ist Handarbeit und er wird sich auch nicht auf populäre Darstellungen wie den dicken Mönch mit Bierkrug einlasen. Das ist Maximilian Lamprecht sich selbst und seinem Handwerk schuldig.